Ein Forschungsprojekt der Zürcher Hochschule der Künste / Institut für Gegenwartskünste
in Zusammenarbeit mit Metron AG, der Stadt Schlieren und dem Staatsarchiv des Kantons Zürich
Projektleitung: Ulrich Görlich, Meret Wandeler
Institut für Gegenwartskünste
Unterstützt von: Schweizerischer Nationalfonds/DORE, Documenta Natura, Zürcher Kantonalbank, Halter Unternehmungen, Gewerbe- und Handelszentrum Schlieren AG, Wirtschaftskammer Schlieren, Reformierte Kirchgemeinde Schlieren, Vereinigung für Heimatkunde Schlieren, Hauseigentümerverband Schlieren.
Projektziel
Die Zürcher Hochschule der Künste beobachtet in einer fotografischen Langzeitdokumentation während 15 Jahren die Stadtentwicklung von Schlieren. Ausgangspunkt bildet das Stadtentwicklungskonzept für die Stadt Schlieren der Metron AG von 2005. Die fotografische Langzeitbeobachtung soll zeigen, wie sich die im Stadtentwicklungskonzept vorgeschlagenen Massnahmen für eine nachhaltige Stadtentwicklung und eine Verbesserung der Lebensqualität und Identität auf den Lebensraum auswirken. Das Projekt ist als Fallstudie angelegt. Es entwickelt am Beispiel von Schlieren exemplarisch fotografische Methoden zur Visualisierung räumlicher Entwicklungsprozesse in der Agglomeration.
2005/06 entwickelten Ulrich Görlich und Meret Wandeler ein fotografisches Beobachtungskonzept für die Langzeitbeobachtung und nahmen eine umfassende fotografische Bestandesaufnahme vor. 2007 wurden die Übersichtsaufnahmen von Elmar Mauch zum ersten Mal von wiederholt. 2009 und 2011 fotografierte Christian Schwager die Übersichten. Neue Serien von Detailaufnahmen wurden von Meret Wandeler 2010 und 2011 aufgenommen.
Das gesamte Bildarchiv ist auf dieser Website online zugänglich. Die in Zukunft neu entstehenden Fotografien werden fortlaufend ins Bildarchiv eingefügt und auf der Website präsentiert. Bewohnerinnen und Bewohner, das Fachpublikum und die interessierte Öffentlichkeit können damit den Prozess der Stadtentwicklung während der ganzen Beobachtungsdauer sozusagen „live“ mitverfolgen.
Konzept
Der Stadtraum von Schlieren setzt sich aus verschiedenen, heterogenen Teilräumen zusammen. Das Stadtentwicklungskonzept initiiert und steuert unterschiedliche Arten von räumlichen Veränderungsprozessen. Das fotografische Beobachtungskonzept formuliert fotografische Strategien, um den Prozess der Siedlungsentwicklung sichtbar zu machen. Im Zentrum steht dabei der spezifische Realitätsbezug der Fotografie. Die fotografische Langzeitbeobachtung bildet eine neue Form des Monitoring von Stadtentwicklung. Mittels der Fotografie wird untersucht, wie sich die im Stadtentwicklungskonzept abstrakt formulierten Ziele und Massnahmen auf den Stadtraum insgesamt auswirken. In der fortlaufenden Auswertung wird das Planungsinstrument Stadtentwicklungskonzept nicht nur im Hinblick auf seine Wirksamkeit auf Planungsebene untersucht, die Fotografie ermöglicht vielmehr eine Darstellung der Auswirkungen auf den konkreten Ort. Die Bilder sollen sichtbar machen, wie sich der Stadtraum als Folge der unterschiedlichen Eingriffe durch die verschiedenen Akteure, die den Raum nutzen und gestalten, verändert. Die fotografische Beobachtung ermöglicht dabei insbesondere die Beobachtung derjenigen Aspekte von Stadtentwicklung, die für die ästhetische und emotionale Qualität von Räumen ausschlaggebend sind. Diese können in der abstrakten Darstellungsform der Daten, Pläne und Statistiken, mit denen die Raumbeobachtung in der Regel operiert, nicht vermittelt werden, obwohl sie für die alltägliche Erfahrung von Raum von entscheidender Bedeutung sind.
Ausgangspunkt für die Entwicklung des Beobachtungskonzeptes ist die Frage, welche räumlichen Veränderungsprozesse bewusst wahrgenommen werden und welche Prozesse sich knapp unterhalb der Wahrnehmungsgrenze abspielen. Die fotografische Langzeitbeobachtung stellt prägnante Veränderungen und massive Eingriffe (wie z.B. grosse Überbauungen) den diskreten, sich langsam und kontinuierlich abspielenden Veränderungen gegenüber. Das Projekt wird die unterschiedliche Geschwindigkeit parallel ablaufender Veränderungsprozesse sichtbar machen und zeigen, wie stark auch kleinere Eingriffe den Charakter, die Atmosphäre und die Qualität von Lebensräumen verändern.
Eine Visualisierung von zeitlichen Entwicklungsprozessen in der Agglomeration existiert in der Schweiz bisher nicht. Das Projekt ist in diesem Sinne als Grundlagenforschungsprojekt zu verstehen. Es fördert die Wahrnehmung von Veränderungsprozessen in der Agglomeration und trägt zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Anliegen der Agglomerationspolitik in der Schweiz bei.
Zeitlicher Rahmen
Phase 1: DORE- Forschungsprojekt der ZHdK Juni 2005 – Mai 2006
Entwicklung des fotografischen Beobachtungskonzeptes und erste fotografische Bestandesaufnahme,
Entwicklung der Bilddatenbank und des Internetauftritts.
Phase 2: Fortlaufendes Forschungsprojekt der ZHdK 2006 - 2020
Fortlaufende Dokumentation und Archivierung, Zwischenauswertung aus raumplanerischer und fotografischer Sicht 2012/13, Auswertung und Publikation Gesamtprojekt nach Abschluss der Langzeitbeobachtung.
Archivierung
Die in digitaler Form vorliegenden Bilder und Projektunterlagen werden vom Staatsarchiv des Kantons Zürich (StAZH) für künftige Generationen archiviert. Um eine einfache Benutzbarkeit und ein rasches Verständnis des Projektes zu gewährleisten, ist vorgesehen, sämtliche entstehenden Bilder (Übersichten und Detailaufnahmen) einzeln im Archivinformationssystem des StAZH zu verzeichnen. Die Archivierung der Dateien wird hybrid erfolgen, d. h. alle Unterlagen - ob Bild oder Text - werden sowohl in elektronischer als auch in analoger Form archiviert. Letzteres geschieht, indem die angelieferten Daten auf farbige Mikrofilme ausbelichtet werden.
© für alle Fotografien Ulrich Görlich/Meret Wandeler/ZHdK
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